Herzlich willkommen bei Dr. Martin Mayer (Siegertsbrunn) MdB !

Dr. Martin Mayer:

Manuskript der Rede des bildungs- und forschungspolitischen Sprechers der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag Dr. Martin Mayer in der Debatte "Hochschulstandort Deutschland - mehr ausländische Studenten in Deutschland" im Deutschen Bundestag, am 28. Juni 2001

 

Unbestritten ist: Deutschland hat größtes Interesse, dass wieder mehr ausländische Studenten zu uns kommen. Ausländische Studenten sind bei der Rückkehr in ihre Heimat offen für engere politische, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland. Unter den Führungskräften dieser Welt, von denen viele ihre Ausbildung in angelsächsischen Ländern genossen haben, müssen wieder mehr sein, die Deutschland aus ihrer Studentenzeit kennen. Das ist nur zu erreichen, wenn es mehr Anreize für junge Ausländer gibt, das Studium in Deutschland zu absolvieren.

 

Dabei geht es um ein Bündel von Maßnahmen wie

· eine bessere Vermarktung deutscher Hochschulen im Ausland,

· Erleichterungen im Ausländerrecht, d.h. bei der Einreise und der Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen,

· die Betreuung bei der Ankunft und im Studium,

· das Angebot international anerkannter Abschlüsse,

· das Angebot englischsprachiger Vorlesungen,

· die allgemeinen Lebensbedingungen in Deutschland,

· und schließlich als wichtigstes Kriterium die Qualität der Hochschulen.

Welche Bedeutung die Leistungsfähigkeit und der internationale Ruf von Hochschulen hat, wird am Beispiel amerikanischer Eliteuniversitäten klar. Dorthin drängen sich auch die ausländischen Studenten. Sie lassen sich dabei auch von hohen Studiengebühren nicht abschrecken. Wer bessere Qualität will, muss eben etwas mehr bezahlen. Ein Verbot von Studiengebühren, wie von der SPD gefordert, bringt jedenfalls keinen einzigen zusätzlichen ausländischen Studenten mehr nach Deutschland.

Es behindert vielmehr den Wettbewerb zwischen den Hochschulen und die Entwicklung von neuen Formen der Hochschulbildung, die auch für Ausländer attraktiv sein können.

Die Australier sind sogar so verwegen, dass sie mit Studenten aus dem ostasiatischen Raum viel Geld verdienen wollen. In Deutschland würde ein solches Vorhaben von den Linken sofort als Kommerzialisierung der Bildung diffamiert. Dazu sage ich: Es ist zwar sehr schwer, mit Bildungsangeboten Geld zu verdienen, aber unanständig ist es nicht.

Mit den wachsenden Möglichkeiten, Bildungsinhalte über das Internet zu vermitteln, wird sich das Angebot von Aus- und Weiterbildung zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor ausweiten. Fachleute sprechen hier von einem Billionenmarkt. Die deutschen Hochschulen müssen sich dort rechtzeitig positionieren.

Ein nicht zu unterschätzendes Hemmnis für die Anwerbung ausländischer Studenten ist die zentrale Vergabe von Studienplätzen in Deutschland. Da gibt es zwar eine Erfolgsmeldung des bayerischen Wissenschaftsministers Hans Zehetmair, nach der die Ausländerquote in Numerus-Clausus-Fächern von 5 Prozent auf 8 Prozent erhöht wird. Noch besser wäre es allerdings, dieses Relikt aus dem vorigen Jahrhundert, das besser zur sozialistischen Zuteilungsideologie passt als zu einem modernen, dynamischen Staat, ganz abzuschaffen.

 

Auch die Stimmung im Lande spielt eine Rolle. Rund die Hälfte der japanischen Studenten in Deutschland studiert Musik. Warum kommen nicht mehr junge Leute, die Natur- und Ingenieurwissenschaften studieren wollen? Könnte das vielleicht auch mit dem geistigen Klima in Deutschland zusammenhängen? Wer möchte in einem Land Biotechnik studieren, wo im Parlament vertretene politische Parteien diese Technik verteufeln? Und wo ist in Deutschland die Begeisterung zu spüren für die Möglichkeiten der bemannten Raumfahrt, die Möglichkeit der Forschung mit neuen Neutronenquellen, für den Transrapid oder für die Kernfusion als neue Energiequelle für die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts? Die Grünen und Teile der SPD tun mit ihrer Technikfeindlichkeit alles, um diese faszinierenden Vorhaben zu blockieren und zu diffamieren.

Der linken Seite des Hauses sei deshalb gesagt, wenn Sie mehr ausländische Studenten in Deutschland haben wollen, dann hören Sie auf, bestimmte Techniken schlecht zu machen und versuchen Sie, gemeinsam mit uns Begeisterung für neue Aufgaben zu wecken!

 

 

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© pawlik; 29. Juni 2001